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Karlsruhe: Veranstaltungskalender

Ist Serbien ein sicheres Herkunftsland?

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Vortrag von Jovica Arvanitelli über die momentane Situation der Roma in Serbien und Erstaufführung des Films von Udo Dreutler zu diesem Thema

23. März 2017, 19 Uhr
Ort: Ständehaus, Ständehaussaal

Seit 2014 gehören die Westbalkanländer zu den sogenannten sicheren Herkunftsländern. Inzwischen haben z.B. Roma-Flüchtlinge aus Serbien so gut wie keine Chance, in Deutschland Asyl zu bekommen.
Wie die Lebenssituation der Rückkehrenden aussieht, wurde im Oktober 2016 bei einer Studienreise nach Serbien mit Vertretern des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, der Beratungsstelle des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg e.V., des Diakonischen Werks der Evangelischen Landeskirche in Württemberg e.V., der EMS - Evangelische Mission in Solidarität sowie des Arbeitskreises Sinti und Roma und Kirchen erkundet.

Der Vortrag von Jovica Arvanitelli berichtet über die Ziele der Reise und die dort gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse. Als Leiter der Beratungsstelle für nicht-deutsche Roma in Mannheim berichtet er außerdem, wie die gemachten Erfahrungen in seine dortige Arbeit einfließen. Er gibt Auskünfte darüber, welche Organisationen vor Ort besucht wurden und welche Flucht- und Rückkehrwege existieren. Die Reise hat zu einer realistischeren Beurteilung der Lebenssituation der Roma in Serbien beigetragen.

Auch Udo Dreutler war Teilnehmer der Studienreise nach Serbien, welche er in einem Film dokumentierte, der heute Abend seine Erstaufführung erlebt. Die Eingliederung der Westbalkan-Länder Ex-Jugoslawiens in die Reihe sicherer Herkunftsländer ist in den Augen von Udo Dreutler ein Verstoß gegen die Menschenrechte, da wohl 80 bis 90% der Betroffenen den Minderheiten der Roma und Sinti in diesen Ländern zuzurechnen sind. Die (teilweise auch im Film dokumentierten) Begegnungen während der Studienreise bestätigten ihn in dieser Überzeugung. Der Film zeichnet aber auch Bemühungen Serbiens auf, die Situation zu verbessern. Nur bleibt die Frage, wann diese greifen.

Über Jovica Arvanitelli:
Jovica Arvanitelli wurde 1980 in Gnjilane im Kosovo geboren. 1991 kam er als Flüchtling mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. Nach seinem Hauptschulabschluss schloss er seine Ausbildung zum Schneider ab. Zunächst war er für unterschiedliche Unternehmen als Modeberater tätig. Von 2006 bis 2015 war er Vorstandsmitglied beim Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg e.V. in Mannheim. Seit 2014 leitet er die Beratungsstelle für nicht-deutsche Roma. Zusätzlich vertieft er seine langjährige Erfahrung und sein Engagement für die Interessen der Minderheiten der Roma in einer Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Über Udo Dreutler:
Mit Beginn des Bosnienkrieges und des damit beginnenden Zustroms von Flüchtlingen aus den kriegsbedrohten Provinzen Jugoslawiens begann Udo Dreutler als Ehrenamtlicher Flüchtlinge zu begleiten und zu betreuen. Als mit Ende des von der Nato unterstützen Kosovo-Krieges Flüchtlinge wieder aufbrachen, um in die zerstörte Heimat zurückzukehren, begann er damit, Transporte zu organisieren, welche den Heimkehrern die hier zusammengetragenen Haushaltsgegenstände und Möbel sowie Nahrungsmittel für die ersten Wochen nach der Rückkehr parallel zu deren Reise in die Heimat überführten. Damit wurde die erste Not zu Hause überbrückt. Um wirksam Hilfe leisten zu können, dokumentierte er die Situation der Rückkehrer in deren zerstörte Heimat in Video-Aufnahmen („Rückkehr in die unbekannte Heimat“). Kontakt zu halten und die Probleme der Rückkehrer zu thematisieren („Brücken bauen in die Zukunft“), wurde durch zeitnahe Reisen in den Westbalkan ermöglicht. Schon bald konzentrierte er sich auf die Probleme der Minderheitsbevölkerung von Sinti und Roma („Roma als Flüchtlinge – am Beispiel des Kosovo“). Er ist Vorstandsmitglied des Karlsruher Vereins Freunde für Fremde e.V.

Die Initiative Solifonds Perspektiven für Menschen "aus sicheren Herkunftsstaaten" in (Süd)Osteuropa ist mit einem Infostand vertreten. Der Solifonds ist ein Netzwerk aus Initiativen und Einzelpersonen aus dem Raum Neckar-Alb, die schon seit längerem in der Unterstützungsarbeit für Menschen aus den mittlerweile zu "sicheren Herkunftsstaaten" erklärten Ländern Osteuropas tätig sind. Sie setzen sich vor allem für ein Bleiberecht von Roma ein, die in ihren Herkunftsländern aufgrund des Zusammenwirkens von Armut und Rassismus kein würdiges Leben und keine Perspektiven haben. Im Blickpunkt sind aber auch Roma, die als (Arbeits-)MigrantInnen aus EU-Staaten zeitweise nach Deutschland kommen. Das Ziel des Solifonds ist, Spenden insbesondere für Roma aus Ost- und Südosteuropa zu sammeln, die aus Deutschland ausreisen, oder abgeschoben wurden, oder als Bettler hierher kommen. Weitere MitstreiterInnen und SpenderInnen sind herzlich eingeladen.


Veranstaltungsort Ständehaus, Ständehaussaal

Ständehausstraße 2, 76133 Karlsruhe


Nächste Haltestelle
Karlsruhe Herrenstraße
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Nächster Parkplatz
Friedrichsplatz
Geöffnet: 00:00 bis 00:00 Uhr
Entfernung: ca. 60 m Luftlinie


Anfahrt
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Veranstalter

Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Kontakt
E-Mail:
Telefon: 0621- 911 091 00
Anschrift: B7, 16, 68159 Mannheim


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