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SUMMARY:Ștefan Bertalan
DESCRIPTION;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:Ich habe 130 Tage mit einer Sonnenblume gelebt=0D=0A=0D=0A  Wir freuen uns sehr\, mi
 t =C8=98tefan Bertalan (*1930\, R=C4=83c=C4=83=C8=99tie =E2=80=93 2014\, Timi
 =C8=99oara) einen der au=C3=9Fergew=C3=B6hnlichsten und wegweisendsten rum
 =C3=A4nischen K=C3=BCnstler in einer umfangreichen Einzelausstellung in Deu
 tschland zu zeigen. Die Pr=C3=A4sentation umfasst mehrere Jahrzehnte seines
  k=C3=BCnstlerischen Schaffens und konzentriert sich auf die Jahre in Timi
 =C8=99oara (ab 1962) und Sibiu (1982=E2=80=9385) bevor Bertalan mit seiner 
 Familie nach Deutschland emigrierte und erst nach 1989 wieder in Rum=C3=A4n
 ien einreisen konnte. Die Ausstellung ist in verschiedene Kapitel strukturi
 ert\, die sich auf spezifische Bildthemen\, Materialien und Herangehensweisen
  in Bertalans Praxis konzentrieren und diese in verschiedene Richtungen mit
 einander in Verbindung setzen.  =0D=0A  =0D=0A  =C8=98tefan Bertalans k=C3=BCnstler
 isches Werk ist recherche- und prozessorientiert. Zentraler Gegenstand sein
 er Untersuchungen ist die Natur\, insbesondere das Wachstum der Pflanzen\, ab
 er auch die Anatomie von Tieren (Insekten)\, die Struktur von Steinen\, Musch
 eln und Mineralien\, die Topologie von Landschaften\, die Bewegung der Wolken
  und Winde oder die Bestimmung astronomischer K=C3=B6rper und kosmologische
 r Zusammenh=C3=A4nge. F=C3=BCr die Aufzeichnung seiner Untersuchungen arbei
 tete Bertalan mit verschiedenen Medien\, insbesondere mit Zeichnungen\, wobei
  die Ausstellung vor allen Dingen seine experimentellen Fotografien\, Aktion
 en und Happenings im =C3=B6ffentlichen Raum sowie die Performances in den B
 lick nimmt.  =0D=0A  =0D=0A  In langen Spazierg=C3=A4ngen in und um Timi=C8=99oara 
 oder in der allt=C3=A4glichen Begegnung mit dem Garten vor seinem Atelier s
 uchte der K=C3=BCnstler in der Natur nach Formen als Inspiration f=C3=BCr s
 eine Forschung und Kunst. So entstand ein vielseitiger Kosmos aus Skizzen\, 
 tagebuchartigen (poetischen) Texten und mathematischen Berechnungen\, die de
 n morphologischen Prozess von der Samenkapsel =C3=BCber das Aufbl=C3=BChen 
 bis hin zum Verwelken der Pflanze begleiten. Bertalans Haus war zugleich La
 bor\, Atelier und Versammlungsort\, das Interieur gepr=C3=A4gt von seiner Lei
 denschaft\, Wertsch=C3=A4tzung und Neugier f=C3=BCr die ihn umgebende Natur.
  Seine experimentellen Beobachtungen setzte der K=C3=BCnstler als Gr=C3=BCn
 dungsmitglied der Gruppe Sigma fort\, die kollektiv und interdisziplin=C3=A4
 r mit Erkenntnissen aus der Kybernetik\, Informatik\, Mathematik\, Bionik und 
 Psychologie arbeitete. Bertalans Zugang zur Natur wurde zum Gegenstand eine
 s neuartigen Lehrkonzepts\, das er an der Kunsthochschule und der Architektu
 rfakult=C3=A4t des Polytechnischen Instituts einf=C3=BChrte und so die Stud
 ierenden zu einem nachhaltigen Engagement f=C3=BCr die Natur motivieren kon
 nte. In diesem Kontext entstanden auch einige Aktionen und Happenings\, in d
 enen aus der Natur entwickelte Formen auf plastische Materialien =C3=BCbert
 ragen wurden (Seile\, Stoffe\, transparente Folien) =E2=80=93 als ein Modell 
 st=C3=A4ndiger Transformation\, das den medien=C3=BCbergreifende Zugang Bert
 alans exemplarisch verdeutlicht.  =0D=0A  =0D=0A  =C8=98tefan Bertalans Interesse g
 alt Pflanzen\, die eine au=C3=9Fergew=C3=B6hnliche geometrische Ordnung visu
 alisieren oder eine gewisse vegetabile Widerst=C3=A4ndigkeit markieren\, wie
  beispielsweise die hohe Sonnenblume in ihrem Streben nach Licht\, der Aprik
 osenbaum mit seiner verzweigten Krone als Netzwerk oder der gemeine Stechap
 fel mit seiner trichterf=C3=B6rmigen Bl=C3=BCte in Form eines Pentagons. De
 r Blumenkohl faszinierte Bertalan in seiner fraktalen Struktur\, die er anha
 nd von Markierungen und Farben analysierte und 1977 als Werk in einer Ausst
 ellung pr=C3=A4sentierte. In all diesen Arbeiten verdeutlicht sich ein anal
 ytisches\, an mathematischen und biologischen Prozessen orientiertes Interes
 se\, aber vielmehr auch ein subjektives Gesp=C3=BCr f=C3=BCr die Natur als g
 leichberechtigte Allianz in einem universellen (Kunst-)System mit den Pflan
 zen als ihren Agentinnen.  =0D=0A  =0D=0A  Bertalans Kommunikation mit der Natur au
 f Augenh=C3=B6he war gepr=C3=A4gt von Prinzipien der Bionik\, der Systemtheo
 rie\, aber in besonderem Ma=C3=9Fe von einer holistischen Anschauung der Wel
 t als ein Netz untrennbarer Beziehungen von Lebewesen in Raum und Zeit. Je 
 n=C3=A4her der K=C3=BCnstler den Pflanzen kam\, um so klarer visualisierte s
 ich eine Verwandtschaft\, wobei ihm die Pflanze als dem Menschen =C3=BCberle
 gen erschien\, da sie das =C3=96kosystem st=C3=BCtzt und nicht zersetzt. Ber
 talan beginnt mit der Natur zu kommunizieren\, die Pflanzen zu personifizier
 en =E2=80=93 wie die Sonnenblume in der titelgebenden Performance =E2=80=93
  bis er sich selbst in die Natur einschreibt\, mit ihr w=C3=A4chst und schli
 e=C3=9Flich im Exil mit ihr verschwindet (Selbstportrait als Kartoffel in i
 hrer Untergrundexistenz).  =0D=0A  Bertalans Arbeiten sind in ihrem konsequente
 n Non-Konformismus auf subtile Weise kritisch und sein Leben mit den Pflanz
 en pure Anarchie. Seine immer pr=C3=A4senter werdende Hinwendung zur Mystik
  und Transzendenz ist in ihrem bewussten Entzug aus der Realit=C3=A4t im Ko
 mmunismus =C3=A4hnlich radikal. Bertalans symbiotischer Umgang mit der Natu
 r ist bis heute hoch aktuell und verkn=C3=BCpft sich auf verschiedenen Eben
 en mit den k=C3=BCnstlerischen Positionen in Plants_Intelligence im Atrium 
 des Kunstvereins.  =0D=0A  =0D=0A  Kuratiert von Anja Casser  =0D=0A  =0D=0A  Die Ausstellu
 ng wird gef=C3=B6rdert durch die Baden-W=C3=BCrttemberg Stiftung.  =0D=0A  Die 
 Ausstellung wurde erm=C3=B6glicht mit gro=C3=9Fer Unterst=C3=BCtzung durch 
 Esther Schipper\, Berlin\, Paris\, Seoul und The Estate of =C8=98tefan Bertala
 n sowie von Georg Lecca / Sammlung Lecca\, M=C3=BCnchen.  =0D=0A  Unser gro=C3
 =9Fer Dank gilt Esther Schipper Galerie\, Georg Lecca\, Georg Sch=C3=B6llhamm
 er und Ileana Pintilie.  =0D=0A    Bild:=C2=A0=C8=98tefan Bertalan\, Der Sinn de
 r Welt neu gestaltet\, 1986=E2=80=931987=E2=80=A8\, Tempera auf Karton\, 64=C3
 =9750 cm\, Sammlung Lecca =E2=80=93 Mu=CC=88nchen  =0D=0A =20
URL:https://kalender.karlsruhe.de/db/termine/ausstellungen/stefan_bertalan
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