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Karlsruhe: Veranstaltungskalender

Die göttliche Ordnung

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Komödie über den Kampf um das Frauenwahlrecht in der Schweiz in den späten 60er Jahren. Eine Benefiz-Matinée von Soroptimist International Karlsruhe aus Anlass von 100 Jahren Frauenwahlrecht in Deutschland.

11. November 2018, 11 Uhr
Ort: Studio 3

Kartenverkauf:
Eintritt: 7,00 €, Kinemathek-Mitglieder 5,00 €, Kinderkino 3,00 €
Abweichende Eintrittspreise sind möglich.

Hautnah: Das Thema Frauenwahlrecht

In Deutschland wird im November vielerorts an die Verkündung des allgemeinen Wahlrechts für Frauen auf nationaler Ebene erinnert. Welch langer Kampf dem vorausgegangen war, wird in Referaten und Ausstellungen zahlreich bebildert dargestellt. Man stößt auf Namen wie Hedwig Dohm und Klara Zetkin, liest, dass in Hamburg ein Deutscher Verein für Frauenstimmrecht gegründet werden musste, um nachdrücklich die Teilhabe an politischer Verantwortung einzufordern. Tatsächlich beschleunigten im Herbst 1918 der militärische Zusammenbruch und die danach folgende notwendige Neuordnung diese grundlegende Veränderung, deren Bedeutung für viele heute kaum noch zu ermessen ist.

Deutschland war bei Weitem nicht das erste, aber auch nicht das letzte Land in Europa, in dem die Frauen das Wahlrecht erlangten. Es folgten u. a. Schweden 1921, Großbritannien 1928, Frankreich 1944, Italien 1946 und, als eines der letzten Länder die Schweiz 1971. Auch hier stritten Frauen jahrelang für das Recht, von dem Marie Juchaz, die am 19. Februar 1919 als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung eine Rede hielt, doch so klar sagte : "Es ist das erste Mal, dass eine Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf […]. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist."

Den schwierigen Veränderungsprozess in der Schweiz beschreibt die italienisch-schweizerische Regisseurin Petra Volpe authentisch und warmherzig in ihrem Film Die göttliche Ordnung. Der erstaunte Betrachter stellt fest, dass sich nicht nur in den Köpfen vieler Männer ein neues Bewusstsein für politische Partizipation entwickeln musste, so manche Frau hatte hier zunächst ebenso ´Verständnisschwierigkeiten´, was das neue Frauenbild betraf. Wie die Solidarisierung voranschritt, wie Rückschläge verkraftet werden mussten, wie persönliche Ausgrenzung und familiäre Zerrissenheit den Alltag veränderten, wird von einem erstklassigen Ensemble mehr als nur gespielt.

Der Soroptimist International (SI) Club Karlsruhe nimmt seinerseits das Thema Frauenwahlrecht hautnah auf, indem er nicht nur den Film im Rahmen einer Matinee am 11. November zeigt, sondern eine Zeitzeugin zu einem Vortrag eingeladen hat, die als junge Frau genau wie viele ihrer Geschlechtsgenossinnen in der Schweiz für ihr Recht kämpfte. Authentischer kann es nicht sein ! Cécile Bühlmann, die der Einladung nach Karlsruhe sehr gerne folgt, ist in der Schweiz als standhafte Politikerin bekannt. Sie hat nie aufgehört, sich (frauen-) politisch zu betätigen, war 14 Jahre lang im Schweizer Nationalrat vertreten, war langjährige Präsidentin von Greenpeace Schweiz, leitete über Jahre hinweg die feministische Friedensorganisation cfd und bewegt mit ihren Kolumnen Regierende wie Oppositionelle. Es ist ihr wichtig, ein Stück weit die Emotionen der damaligen Zeit wiederzugeben, aber auch darzulegen, wie viel Arbeit nach dem schicksalhaften Jahr 1971 noch auf die Fachgremien zukam, um dann auch tatsächlich die volle Gleichberechtigung von Frauen in den Gesetzestexten niederzuschreiben.

War es in Deutschland grundlegend anders ? Nein. Zum Beispiel dauerte es im Westen bis in die 70er Jahre, bis Ehefrauen ihre erwerbsmäßige und damit in gewisser Hinsicht auch wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Ehemann erlangten. Selbst 1994 musste mit einer Grundgesetzänderung ein verfassungsmäßiger Auftrag an den Staat bzw. dessen Repräsentanten formuliert werden, der unmissverständlich die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen einfordert.

Man stellt fest : die Praxis verändert sich, aber langsam. Zu langsam, finden Soroptimistinnen in Deutschland, in Europa, weltweit. Ihre Organisation setzt sich seit fast 100 Jahren für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen bei allen Fragen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, rechtlichen und kulturellen Miteinanders ein. Unterstützungsangebote im sozialen Bereich sind wesentlicher Bestandteil ihrer Aktivitäten, weshalb auch die Filmmatinee zugunsten eines neuen AWO-Projektes in Karlsruhe ausgeschrieben wurde. Kern dieses Projektes ist die stundenweise Versorgung von Personen mit erhöhtem Betreuungsbedarf und eingeschränkter Alltagskompetenz, z.B. als Folge einer Demenzerkrankung, Behinderung oder psychischen Einschränkung, um so den pflegenden Angehörigen eine gewisse Entlastung quasi zum ´Durchatmen´ zu geben.

Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, hat für diese besondere Veranstaltung die Einladung angenommen und auch die Schirmherrschaft zugesagt.

Sonntag, 11. November, 11:00 Uhr, Benefiz-Filmmatinee mit Sektempfang, Kinemathek Karlsruhe, Kaiserpassage 6, Karten im Vorverkauf bei Papier-Fischer, Kaiserstraße 130, und Haus des Hörens, Kaiserstraße 190, sowie über info@soroptimist-karlsruhe.de.


Veranstaltungsort Studio 3

Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe

Das Studio 3 ist das Kino der Kinemathek Karlsruhe. Außer Montags wird hier ein tägliches Filmprogramm angeboten. Die Vorstellungen beginnen in der Regel um 19 Uhr und 21.15 Uhr.
Kontakt
Telefon: 0721-9374714

Anfahrt
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Veranstalter

Kinemathek Karlsruhe e.V.

Die Kinemathek präsentiert im Studio 3 in der Kaiserpassage 6 außer Montags ein tägliches Filmangebot. Ergänzt wird dies an den Wochenenden durch ein spezielles Angebot für Kinder.

Kontakt
E-Mail:
Telefon: 0721 937- 4714
Telefax: 0721 937-4715
Anschrift: Karlstraße 21, 76133 Karlsruhe

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