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Karlsruhe: Veranstaltungskalender

Die Migrationssteuerung der EU in Afrika – grausames Management und Verstoß gegen Menschenrechte?

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Vortrag von Ismahan Wayah mit anschließender Diskussion
Im Rahmen der Karlsruher Wochen gegen Rassismus.

30. März 2019, 19.30 Uhr
Ort: Ständehaus, Ständehaussaal

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ –
Dazu steht die europäische Migrationspolitik,
vertreten durch Deutschland, beispielsweise in
Agadez, Niger, in großem Widerspruch.
Heute wächst in Agadez aufgrund der EUMigrationspolitik
(Aufnahme-Zentrum der abgeschobenen Asylbewerber)
die Armut und drängt die Menschen in die Arme von Islamisten.
Die Migrationsbewegung am Mittelmeer war
relativ ruhig. Sie entwickelte und vervielfältigte
sich erst mit dem Zerfall des libyschen Staates
durch die NATO und die westlichen Länder.
Niger ist ein Land im Zentrum der Sahara
und das Tor zum Maghreb, wo die Migration
eine wichtige wirtschaftliche Komponente für
Agadez als Transitzone darstellte, die einzige
Stadt am Ende der Wüste. Die Zahl von Migranten
durch diese Passage ist aufgrund des
Zusammenbruchs des libyschen Staates auf
300.000 angeschwollen. Viele sind zwar dennoch
in Libyen angekommen, aber viele sterben
auch nach wie vor still in der Wüste. Erst als die
Medien über die Tragödie auf dem Mittelmeer
berichteten, wurde die Welt über dieses Massaker
sensibilisiert und informiert. Der durch die
Migrationswelle entstandene Tourismus wurde
zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor der Region
und ermöglichte Tausenden von Menschen ein
regelmäßiges Einkommen und wirtschaftliche
Aktivität. Die Region um Agadez erlebte weniger
Arbeitslosigkeit. Die jungen Leute waren beschäftigt,
und das lenkte sie von der Versuchung der
islamistischen Bewegungen in den
Spannungsgebieten rund um den Niger ab. So
kam es, dass durch diese Aktivität die Lage
besser wurde, und viele afrikanische Migranten
in Libyen eintrafen, was auch den Libyern
zugute kam. Nachdem aber Libyen nicht mehr
länger eine stabile und ernsthafte Garantie für
Europa ist, drängen auch Libyer aufs Mittelmeer
und ‘‘bedrohen‘‘ Europa, zusammen mit
dem Zustrom von syrischen Flüchtlingen.
Für die Bekämpfung der Migration nach Europa
hat die Europäische Union beschlossen, den
Spieß umzudrehen und Griechenland ins Visier
zu nehmen, indem der Niger und insbesondere
Agadez auserwählt wurden, dort die dritte
Abwehrzone Europas gegen Flüchtlinge durchzusetzen,
was in Europa kaum möglich war. Um die Migration
zu stoppen, wurde sie auf Kosten der Afrikanerinnen
und Afrikaner im Keim erstickt. Im Jahr 2015 führte
der Niger unter dem Druck der Europäischen Union
harte Gesetze ein: Das Gesetz zur Verhinderung der
illegalen Migration durch Agadez und Niger und kriminalisierte
Aktivitäten im Zusammenhang mit der Migration.
Doch wer diesen Weg verschließt, treibt die
Flüchtlinge auf noch gefährlichere Routen und
blockiert eine zentrale Wirtschaftsader im Niger,
was hier die Arbeitslosigkeit in die Höhe treibt und
ein Schlag für die lokale Wirtschaft ist. Man kämpft
vielleicht gegen die Migration,aber die Armut wächst
und ist überall in Agadez sichtbar.
Ismahan Wayah ist wissenschaftliche Mitarbeiterin
am Historischen Museum Frankfurt, bis 2015 war
sie Dozentin am Lehrstuhl für Anglistik,
Postkolonial- und Medienwissenschaft, PhD
Programm Postcolonial Universität Münster.
In ihrem Forschungsprojekt mit dem Arbeitstitel
„Muslim Narratives in Diaspora: Unity, Difference
and Dissidence“ untersucht sie aus einer
postkolonialen, postsäkularen und intersektionalen
Perspektive muslimische Subjektkonstruktionen
in zeitgenössischen Romanen, Kurzgeschichten
und Dramen von amerikanisch- und
britisch-muslimischen Autorinnen und Autoren.
Als postkoloniale Literatur- und Kulturwissenschaftlerin
versucht Ismahan Wayah immer
wieder ihre wissenschaftliche Tätigkeit mit ihrer
aktivistischen Arbeit innerhalb von Schwarzen
und muslimischen Communities in Deutschland
zu verbinden und hält auch außerhalb universitärer
Kontexte Vorträge und Workshops zu
Themen wie (Post)Kolonialismus, Intersektionalität,
Kritisches Weißsein und Empowerment.

Musik: Malibéde
Deutsch-Afrikanischer Verein Karlsruhe
Zu den Zielen des Deutsch-Afrikanischen Vereins
Karlsruhe (DAV) zählt die Entwicklung zwischenmenschlicher
Beziehungen durch interkulturelle und entwicklungspolitische
Aktivitäten, die Förderung von Schulaktionsprojekten, Informationsveranstaltungen in Schulen, die Bildungsarbeit
zu Themen wie Demokratie, Fairer Handel und Integration
von Migrantinnen und Migranten.

Teilnahme: kostenlos

www.deutschafrikanischerverein.de


Veranstaltungsort Ständehaus, Ständehaussaal

Ständehausstraße 2, 76133 Karlsruhe


Nächste Haltestelle
Karlsruhe Herrenstraße
Fahrplanauskunft KVV (im neuen Fenster)
Nächster Parkplatz
Friedrichsplatz
Geöffnet: 00:00 bis 00:00 Uhr
Entfernung: ca. 60 m Luftlinie


Anfahrt
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Veranstalter

Deutsch-Afrikanischer Verein Karlsruhe

Kontakt
E-Mail:
Telefon: 06221-6528270
Anschrift: Willy-Brandt-Platz 5, 69115 Heidelberg


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