Kunst und Kirche, Führung
12. April 2026, 15.30 bis 17 Uhr
Ort: Sammlungspräsentation der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe im ZKM
Der Hannoveraner Kurt Schwitters, in künstlerischer Hinsicht ein Einzelgänger, gehörte zu den produktivsten Persönlichkeiten des Dadaismus. Seine Assemblage „Merzbild 21 b“ zählt zu Schwitters’ herausragenden Werken der Umbruchszeit nach dem Ersten Weltkrieg.
Schwitters war ein manischer Sammler alles Verbrauchten, Weggeworfenen, Übersehenen und Zurückgelassenen. Seine Fundstücke verarbeitete er zu Kunstwerken mit dichten Bildarchitekturen. Mit dieser neuen Materialität konterkarierte er den klassischen Werkbegriff und überführte die Malerei in die dritte Dimension.
Für seine Kunst erfand Schwitters den Begriff „Merzkunst“, der sich ironisch auf den zufällig gefundenen Wortschnipsel „Commerz“ bezieht, aber auch an das Wort „ausmerzen“ angelehnt ist. Suchte er damit auch Inhaltliches auszumerzen, Sinn durch Unsinn zu ersetzen, so erzeugt doch die Anmutung der verwendeten Gegenstände auch inhaltliche Assoziationen.
„Merzbild 21 b“ besteht aus zahlreichen Materialien wie Zeitungsausschnitten, Knöpfen, Holzplättchen, Wellpappe, Korken und Haaren, die Schwitters subtil zu einer abstrakten Komposition zusammenfügte und durch Übermalungen farblich miteinander verband. Dem Künstler ging es dabei nicht einfach um ein Formenspiel, sondern um Brüche und die Darstellung von Zerrissenheit. Seine Position hat er mit Bezug auf die Nachkriegszeit deutlich formuliert: „Kaputt war sowieso alles, und es galt, aus den Scherben Neues zu bauen. Das aber ist Merz.“
Lorenzstr. 19, 76135 Karlsruhe
Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ist während der Sanierung ihres Hauptgebäudes zu Gast im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien und lädt hier zum Schauen, Wahrnehmen und Begegnen ein!
Rund 300 Herzstücke aus dem Bestand des Museums sind im 2. Lichthof des Hallenbaus versammelt, darunter Spitzenwerke von Mathias Grünewald, Rembrandt van Rijn, Peter Paul Rubens, Henri Matisse oder Ernst Ludwig Kirchner. Die Sammlungspräsentation See You lädt zu einem Spaziergang durch die Kunstgeschichte ein – vom Mittelalter bis in die späten 1940er Jahre – und spürt dabei den Fragen nach: Wie kommunizieren Bilder? Was erzählen die Werke über die westeuropäische Kunst, die Gesellschafts- und Kulturgeschichte? Und was haben sie mit dem Hier und Heute zu tun?
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