200 Jahre Weinbrenner, Fesca & DanziEin Festabend für Karlsruhes Kulturgeschichte im StephanienbadIm Rahmen des Friedrich-Weinbrenner-Jubiläumsjahres findet am Freitag, den 26. Juni um 18 Uhr im historischen Stephanienbad Karlsruhe ein außergewöhnlicher Konzert- und Vortragsabend statt.Anlass ist das 200. Todesjahr dreier Persönlichkeiten, die das kulturelle Profil Karlsruhes im frühen 19. Jahrhundert geprägt haben: des Architekten Friedrich Weinbrenner, des Komponisten Friedrich Fesca und des Hofkapellmeisters Franz Danzi.Das Stephanienbad selbst gehört zu den wichtigen erhaltenen Bauwerken Weinbrenners und bildet den idealen Rahmen für einen Abend, der Musik, Architekturgeschichte und digitale Rekonstruktion miteinander verbindet.Im Zentrum steht ein Konzert mit Mitgliedern der Badischen Staatskapelle Karlsruhe. Auf dem Programm stehen das Streichquartett op. 36, Nr. 16 von Friedrich Fesca, das Fagottquartett op. 40 Nr. 2 von Franz Danzi sowie Ludwig van Beethovens „Große Fuge“ für Streichquartett – ein Werk, das ebenfalls im Jahr 1826 entstand und als Meilenstein der Musikgeschichte gilt.Ergänzt wird das Konzert durch einen Kurzvortrag von Prof. Julian Hanschke zum Thema „Friedrich Weinbrenner – Architektur des Klassizismus“. In Kooperation mit dem KIT – Karlsruher Institut für Technologie wird dabei erstmals eine wissenschaftlich fundierte filmische 3D-Rekonstruktion des Markgräflichen Palais präsentiert.Das von Weinbrenner entworfene Palais nahm innerhalb seines klassizistischen Stadtumbaus eine zentrale Stellung ein. Gemeinsam mit dem Rondellplatz und dem Ettlinger Tor bildete es eines der wichtigsten städtebaulichen Ensembles Karlsruhes. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und späteren Teilabbrüchen gingen jedoch große Teile des Bauwerks unwiederbringlich verloren.Die nun vorgestellte digitale Rekonstruktion basiert auf jahrelanger Forschung sowie umfangreichen historischen Quellenbeständen, darunter originale Planunterlagen, historische Fotografien und bislang unveröffentlichtes Bildmaterial aus Privatbesitz. In einem virtuellen Kameraflug werden die verlorenen Repräsentationsräume und die architektonische Gesamtwirkung des Palais erstmals wieder räumlich erfahrbar gemacht.Besondere Aktualität erhält das Projekt durch die gegenwärtige Neubebauung des Areals hinter der erhaltenen historischen Fassade. Die Rekonstruktion versteht sich daher zugleich als wissenschaftlicher Beitrag zur Diskussion über den Umgang mit historischer Bausubstanz und dem architektonischen Erbe Weinbrenners in Karlsruhe.Der Abend verbindet musikalische Exzellenz mit innovativer Architekturvermittlung und lädt dazu ein, die Kulturgeschichte Karlsruhes aus einer neuen Perspektive zu erleben
Der Festabend wird vom Verein der Badischen Staatskapelle veranstaltet. Der Erlös des Konzerts kommt der „Jungen Kapelle Karlsruhe“ zugute.
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