Colloquium Fundamentale: Mit erhobenem Zeigefinger? Wenn Moral den Diskurs bestimmt
2. Juli 2026, 18 bis 19.30 Uhr
Ort: InformatiKOM, KIT Campus Süd
Die Digitalisierung der öffentlichen Kommunikation und das Aufkommen sozialer Medien haben eine paradoxe Entwicklung begünstigt: Zum einen haben sie die Meinungsäußerungsfreiheit erhöht, weil es allen Personen heute möglich ist, sich öffentlich sichtbar in digitalen Debatten zu engagieren, Nachrichten zu kommentieren, eigene Inhalte zu erstellen und über ihre Netzwerke zu verbreiten. Dies bietet Chancen, dass vernachlässigte Perspektiven sichtbar oder dass öffentlich verbreitete Irrtümer korrigiert werden.
Andererseits gibt es Hinweise, dass lautstark engagierte Nutzerinnen und Nutzer mit extremen Ansichten, emotionalen und reißerischen Kommunikationsweisen digitale Debattenräume dominieren und Personen mit moderaten, differenzierten oder korrigierenden Aussagen aus dem Diskurs verdrängen. Die erhöhte Meinungsäußerungsfreiheit der einen könnte so zu einer Einschränkung der Redebereitschaft der anderen führen und negative Auswirkungen auf unsere Möglichkeiten zu einem rationalen, vielfältigen und wissensbasierten Argumentaustausch haben.
In dieser Podiumsdiskussion beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang zwischen Meinungsäußerungsfreiheit und unseren Möglichkeiten zu Erkenntnisfortschritt in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Dazu klären wir zunächst den Unterschied und die Gemeinsamkeiten zwischen Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit und erörtern dann, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit einen offenen, rationalen und wissensbasierten Austausch in demokratischen Gesellschaften fördern können.
Die Diskussion findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe Colloquium Fundamentale. Diese widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.
Es diskutieren:
Moderation: Prof. Dr. Senja Post, Professorin für Wissenschaftskommunikation und wissenschaftliche Leiterin des Studium Generale. Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM), KIT
Eintritt frei. Keine Anmeldung nötig.
Adenauerring 12, Gebäude 50.19, 76131 Karlsruhe
Umgebungsinformationen
Nächste Haltestellen
(Entfernung in Luftlinie)




Das Studium Generale. Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM) , ehemals ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Es fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft durch Forschung, fachübergreifende Lehre und öffentliche Veranstaltungen. Als Teil einer Exzellenzuniversität trägt das FORUM dazu bei, gesellschaftliche und globale Herausforderungen zu bewältigen. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft steht dabei im Fokus.
Webseite des Veranstalters (https://www.forum.kit.edu/)
Kontakt
E-Mail: info@forum.kit.edu