Programm zur Ausstellung Anna Barham: delirious mantra
24. bis 25. April 2026
Ort: Badischer Kunstverein
Vorträge, Lesungen und Gespräche
Eingeladene Gäste sind unter anderem die Künstlerin Anna Barham, die Autorin Ella Finer und die Autorin und Wissenschaftlerin Sarah Hayden.
Über die Ausstellung:
In einem digitalen Kontext, der uns dazu verleitet, an eine nahtlose und unmittelbare Kommunikation zu glauben, wird die körperliche Reibung in der Sprache zu etwas, das geglättet werden muss. Systeme wie die automatische Spracherkennung sind geprägt von hegemonialen Vorstellungen darüber, welche Stimmen zählen und welche linguistischen Formen es wert sind, anerkannt zu werden.
Anna Barham (*1974, Sutton Coldfield), die im Badischen Kunstverein ihre erste umfassende Einzelausstellung in Deutschland präsentiert, entzieht sich dieser Glättung von Sprache und rückt stattdessen das Unübersetzbare und nicht Reduzierbare ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Ihre künstlerische Praxis verbindet Sprache mit dem Bildlichen und Performativen, um herauszukristallisieren, welche assoziativen Bedeutungen einem Wort inhärent sein können, aber erst durch eine neue Verschiebung seiner einzelnen Teile zum Vorschein treten.
Barham behandelt Sprache sowohl als plastisches als auch akustisches Material und füllt die Ausstellung mit Sounds und Stimmen. Hände formen und verformen Buchstaben aus geometrischen Flächen; Text schlängelt sich durch die Ausstellungsräume, um die institutionelle Architektur und ihrer Ausstattung herum und darüber hinweg; ein großformatiger UV-Drucker produziert Wörter und Bilder; und aus dem entferntesten Raum ertönt der unaufhörliche Ruf einer Zikade.
Seit 2013 arbeitet Anna Barham mit der Fehleranfälligkeit von Spracherkennungen, um neue Bedeutungen zu erschließen sowie die Materialität der Stimme und ihre Unterbrechungen in den Vordergrund zu stellen. Für die Künstlerin sind es genau diese Texturen und Prozesse des Verhörens, die das Potenzial der Stimme ausmachen. In ihrer neuen Soundarbeit
ZYX
(2026) betrachtet sie die durch automatische Spracherkennung verursachten Fehler als Halluzinationen.
Was zunächst wie ein falsch wahrgenommener Text anmutet, ist stattdessen eine neue Art des Denkens und Schreibens in radikaler Opposition zur Automatisierung, Normierung und Autorität.
Kuratiert von Anja Casser
Die Ausstellung wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und ist bis zum 14.6.2026 zu sehen.
Anna Barham (*1974, Sutton Coldfield) lebt und arbeitet in London. Sie arbeitet mit Video, Sound, Print, Installation und Performance. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Sprache, die sich zwischen verschiedenen materiellen Formen, Technologien und Körpern bewegt. Barham studierte Mathematik und Philosophie an der Universität Cambridge, bevor sie von 1997 bis 2001 Kunst an der Slade School of Fine Art in London studierte. 2019 war sie Artist in Residence am St John's College der Universität Oxford. Sie ist Dozentin an der Ruskin School of Art in Oxford sowie an der University of the Arts in London und schließt derzeit ihren praxisorientierten PhD an der Universität Oxford ab. Ihre Werke sind in bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter die Tate, die Government Art Collection und das Victoria & Albert Museum in London, das SFMOMA in San Francisco und das Centro Galego de Arte Contemporánea (CGAC) in Santiago de Compostela.
Waldstraße 3, 76133 Karlsruhe
Kontakt
E-Mail: info@badischer-kunstverein.de
Telefon: 0721-28226
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