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Johan Grimonprez

All Memory Is Theft

7. Juni 2025 bis 8. Februar 2026
Ort: Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)


 

Mit »All Memory Is Theft« zeigt das ZKM eine umfassende Retrospektive des belgischen Film- und Medienkünstlers Johan Grimonprez (*1962), dessen Werk sich an der Grenze zwischen Theorie und Praxis, Kunst und Kino, Dokumentation und Fiktion bewegt.

„Wem gehört unsere Fantasie in einer Welt, in der die Existenz ins Wanken gerät, und die Wahrheit als schiffbrüchige Geflüchtete umherirrt? Sind es die Geschichtenerzähler:innen, die die Widersprüche in Schach halten können, indem sie zwischen die uns gegebenen Sprachen schlüpfen und zu Zeitreisenden der Imagination werden?“ (Johan Grimonprez)

Basierend auf einer Archäologie der heutigen Medienlandschaft kombiniert Grimonprez Fragmente aus Filmen, Fernsehnachrichten, Werbung, Kino- und Amateurfilmen sowie dem Internet und webt daraus neue Narrative, die unsere Wahrnehmung der Realität auf die Probe stellen. Grimonprez‘ Werke, die in den bedeutendsten Museen weltweit präsentiert und auf Festivals vielfach ausgezeichnet wurden, führen uns vor Augen, inwieweit sich die Art der Darstellung von Aktualität und Imagination, von CNN und Hollywood heute verschränkt haben. Sie betonen damit die Komplexität unserer durch Medien geprägten Gegenwart, die in Zeiten von Populismus und im Internet grassierenden Verschwörungstheorien mehr denn je anfällig für Manipulationen ist.

In der Ausstellung werden Johan Grimonprez‘ Werke aus den letzten 30 Jahren in einem vielschichtigen Parcours präsentiert, bei dem Bewegtbilder, Archivmaterialien und Zitate intertextuell miteinander verwoben sind. Die Ausstellung umfasst Filminstallationen, Lang- und Kurzfilme, Vlogs, Storyboards und Zeichnungen des Künstlers und spannt so einen Bogen von seinen frühen Arbeiten wie »Kobarweng or Where is your Helicopter« (1992) und seiner Mehrkanal-Installation “It will be alright if you come again (…)” (1994) über seinen documenta X Beitrag »dial H-I-S-T-O-R-Y« aus dem Jahr 1997 bis zu seinem neuesten, vom ZKM für die Ausstellung koproduzierten Film »Soundtrack to a Coup d‘Etat« (2024), der in diesem Jahr für die Oscars® als Bester Dokumentarfilm nominiert wurde – eine rasante Montage aus Archivmaterial, die von der Unabhängigkeit des Kongo von der belgischen Kolonialherrschaft im Jahr 1960 und der Ermordung des ersten frei gewählten Premierministers Patrice Lumumba handelt und dabei die Verbindungen zwischen Jazzmusik, Geopolitik und kolonialer Machtdynamik während des Kalten Krieges nachzeichnet.

Unter Bezugnahme auf Paul Virilio sagte Johan Grimonprez einmal, dass jede Technologie auch ihren eigenen Unfall hervorbringt: „Mit dem Schiff hat man den Schiffbruch erfunden, mit dem Fliegen den Flugzeugabsturz“, so der französische Philosoph und Medientheoretiker. Man könnte hinzufügen, dass mit der Erfindung der virtuellen Realität und der KI die Wirklichkeit verunfallt ist. Grimonprez' Arbeiten weisen also nicht nur darauf hin, dass die Medien heute nicht mehr die Realität einholen müssen, sondern dass es vielmehr die Realität ist, die heute die Medien einholen muss.

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