Lesung und Autorinnengespräch mit Hélène Frappat
11. Juni 2026, 19 bis 20.30 Uhr
Ort: Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe.
Als Schriftstellerin, Übersetzerin, Philosophin und Filmkritikerin hat sich Hélène Frappat einen Namen gemacht.
Sie ist Filmtheoretikerin und Autorin der Romane Trois femmes disparaissent (2023) und Nerona (2025) sowie des Essays Le Gaslighting ou l’art de faire taire les femmes (2023), in denen sie das Verschwinden von Frauen – real, symbolisch oder psychologisch – anhand von Machtverhältnissen, Blicken und Manipulation untersucht. Hollywoods Star-System und Hitchcocks Umgang mit seinen weiblichen Schauspielerinnen dient ihr als Vorlage.
In Le Gaslighting ou l’art de faire taire les femmes erklärt sie ein Schlüsselkonzept des Feminismus, das in Frankreich noch wenig bekannt ist. Inspiriert vom Film Gaslight (1944) von George Cukor beschreibt sie Gaslighting als heimtückische psychische Gewalt, die das Opfer an seinen Wahrnehmungen, Erinnerungen und seiner eigenen Vernunft zweifeln lässt. Eng mit Machtstrukturen verbunden, oft geschlechtsspezifisch geprägt, wirkt Gaslighting als unsichtbare Form der Dominanz, besonders effektiv, weil sie ohne offensichtliche Gewalt auskommt.
Mit Nerona entführt Frappat in die Gedankenwelt einer italienischen Führungskraft, die sich in einen dekadenten römischen Kaiser verwandelt, und zeigt die perversen Mechanismen einer Sprache, die unsere Gesellschaft entmenschlicht. Gleichzeitig regt sie dazu an, über politische Gewalt und demokratische Nachsicht nachzudenken.
Mit dieser literarischen Begegnung lädt Hélène Frappat dazu ein, Macht, Realität und die Rolle der Frauen in unserer Gesellschaft neu zu hinterfragen.
George Cukor, Gaslight, 1944, screenshot © Metro-Goldwyn-Mayer
Karlstraße 52-54, 76133 Karlsruhe
Die Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand ist ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Landschaft in Karlsruhe und spielt durch ihre über sechs Jahrzehnte lange Erfahrung und ihre grenznahe Lage eine Schlüsselrolle in den deutsch-französischen Beziehungen.
Was die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein betrifft, hat sich die Stiftung im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden Einrichtung entwickelt. Dies zeigt auch die enge Kooperation mit weiteren kulturellen Institutionen dieser Region. Dank finanzieller Unterstützung von Unternehmen, Stiftungen, Gebietskörperschaften und weiterer Strukturen ist es möglich, das große und vor allem vielfältige Angebot an Sprachkursen und kulturellen Aktivitäten aufrecht zu erhalten.
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Unter neuer Leitung engagiert sich die Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand (CCFA) Karlsruhe zukünftig innerhalb eines multidimensionalen Europas als deutsch-französische Plattform für zeitgenössische, künstlerische und gesellschaftliche Fragestellungen. Dazu zählen vorrangig die Zukunft eines Europas der Diversität und die Wahrnehmung des Anderen im gegenwärtigen und historischen Kontext Frankreichs und Deutschlands.
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